Opa mit Schwein

Von
empathischen
Menschen

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, die Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden, heißt es auf Wikipedia. 

Auch wenn es bei vielen vor allem Erwachsenen oft nicht so scheint, sind wir Menschen, sofern gesund, grundsätzlich zu Empathie fähig. Ein Individuum kann sich unabhängig von kultureller oder familiärer Prägung für oder gegen das Töten von Tieren entscheiden. Damit will ich sagen, dass das Töten, also das emotionale Abstumpfen, grundsätzlich erlernbar ist. Wir Menschen können uns aber bewusst dagegen entscheiden, wenn wir es als ethisch nicht vertretbar erkennen, andere Lebewesen zu verletzen oder sogar zu töten. 

Empathie kann sich aber auch auf ganz ungeahnte Weise plötzlich ausprägen. Berichtet wird, dass beispielsweise im Anschluss an eine eindrückliche Nahtoderfahrung die Betroffenen plötzlich und nachhaltig besondere Ehrfurcht vor dem Leben erlangen und zum Teil erstmalig verstehen, dass auch Tiere fühlende Wesen sind. 

Andere Menschen haben das Glück, mit Tieren aufzuwachsen und deren Verbundenheit, Zuneigung und Freundschaft schon früh kennen und schätzen zu lernen. Eine derartige soziale Kompetenz sollte, finde ich, grundsätzlich gefördert werden. Denn sie ist Voraussetzung für ein tiefes, gefühltes Wertebewusstsein und dadurch möglich werdende Empathiefähigkeit allen Lebewesen gegenüber.

Meine Erfahrung sagt mir, dass das besonders gut gelingen kann, wenn Eltern bzw. das nahe Umfeld Tierfreundlichkeit grundsätzlich thematisieren und praktisch vorleben. 

Menschen, die sich entscheiden, für die weiterhin gehaltenen, aber hier nicht mehr ausgebeuteten ehemalig so genannten „Nutztiere“ zu sorgen, müssen in meiner Fantasie sowohl sachverständig als auch empathisch und geduldig genug für diese Aufgabe sein.

Meine ausgedachten Menschen sind Idealisten, die in der Beschäftigung mit Tieren voll aufgehen. Sie leben z. B. auf dem Hofgelände nahe bei den Tieren und Feldern und betreiben in selbstverwalteten Kollektivbetrieben solidarische, biozyklisch-vegane Landwirtschaft. 

Dabei entscheiden sie gemeinsam basisdemokratisch im Konsensprinzip über alle anfallenden Fragestellungen im Umgang mit den Tieren und erhalten Fördergelder für ihre Naturschutzflächen und die Arterhaltung bestimmter Tierarten.

Anders als in heutigen Landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung wird die Tieranzahl gering gehalten. Bei der Haltung geht es ausschließlich darum, das Wohlergehen der verhältnismäßig wenigen Tiere zu gewährleisten.

Berufsbilder ändern sich daher fundamental. Weil es beispielsweise keine Schlachthäuser mehr gibt, müssen werdende Tierärzt*innen darin auch kein Praktikum mehr machen. 

In meiner schönen Zukunftsvision sind Menschen, die für die kostengünstige, gesunde und tierleidfreie Ernährung der Menschen und gleichzeitig die Befreiung der Tiere Sorge tragen, gefeierte Stars.

So, genug geträumt. Findest du das ganz schön naiv und vollkommen unrealistisch?
Vielleicht doch lieber alles so belassen wie es ist?
Wissen wir eigentlich überhaupt wie es ist?
Wofür entscheiden wir uns, wenn wir alles beim alten belassen wollen? 

Und sind wir überhaupt mündig, uns zu entscheiden oder lassen wir auf fatale Weise andere für uns reden, denken und handeln? 

>> Von der Mündigkeit zu entscheiden

Empfehlungen

Ein interessantes Interview mit Joachim Nicolay auf youtube, das u. a. ein gestärktes soziales Wertebewusstsein nach Nahtoderfahrungen auch Tieren gegenüber zum Thema hat „All-Einheitserfahrungen“ in „Sterbeforschung aktuell“, 
ein Kanal von Werner Huemer

Podcast „Tierethik weiterdenken – Ein Podcast zu Tieren, Natur, Menschen und Tieren“,
von Hilal Sezgin auf youtube.com
Die erste Folge hat weitestgehend Empathie zum Thema.