vegan leben

Vegan
leben

Der Vegane Ethiklehrer sagt auf seiner Webseite tierrechtslehrer.org: „Allein die vegane Position entspricht aktuellen, strengen philosophischen Begründungskriterien (Widerspruchsfreiheit, Beachtung naturwissenschaftlicher Grundlagen etc.). Die Ausbeutung von Tieren für triviale Gründe (d. i. Nahrung, Kleidung etc.) lässt sich in modernen Industrienationen nicht ethisch rechtfertigen.“

Eine gut strukturierte Einführung in die Thematik des  Veganismus und toll gemachte argumentative Auseinandersetzung mit diesem findest du auf dem Youtube-Kanal „Tierethik & Veganismus“, den ich sehr empfehlen kann.

Ein bewusster Verzicht auf Fleisch lässt sich schon vor  2000-2500 Jahren im alten Indien (Indus-Kultur) belegen. Im Hinduismus, Buddhismus und vor allem im Jainismus gilt das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen als zentral. Ca. 500 v. Chr. wurden u. a. auch in Griechenland (Pytagoras) ethische, gesundheitliche oder religiöse Gründe für den Fleischverzicht genannt. Zahlreiche Kulturen weltweit können auf eine lange rein oder hauptsächlich pflanzliche Ernährungstradition zurückblicken. In der Moderne gründete sich 1944  in England die Vegan Society, nannte das Ganze „vegan“ und definierte:

„Veganismus ist eine Philosophie und Lebensweise, die darauf abzielt, soweit möglich und praktikabel, jede Form der Ausbeutung und Grausamkeit gegenüber Tieren für Nahrungszwecke, Bekleidung oder andere Zwecke auszuschließen und darüber hinaus die Entwicklung und Nutzung tierfreier Alternativen zum Wohle der Tiere, Menschen und der Umwelt zu fördern. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die ganz oder teilweise von Tieren stammen.“ 

Es gibt neben den ethischen einige andere Motive, sich vegan zu ernähren, die ich auf dieser Seite aber nicht schwerpunktmäßig thematisiere. In meinen Augen ist ethisch begründeter Veganismus kein lapidarer Lifestyle, sondern ein gelebtes politisches Statement gegen Gewalt, das im Nebeneffekt enorme positive Auswirkungen auf Umwelt, Klima, Welternährung und Gesundheit haben kann. Aspekte, die dabei natürlich unbedingt mit bedacht werden müssen sind Verteilungsgerechtigkeit und insgesamt solidarisches Wirtschaften entlang der gesamten Lieferkette unter fairen Arbeits- und Handelsbedingungen. 

Veganismus beruht nicht auf einem Glauben, sondern auf dem Wissen, dass Tiere fühlende Wesen sind. 

Fakten und Statistiken zum Veganismus sind u. a. auf veganivore.de zu finden. Hier ein paar interessante Zahlen von dort (Stand 2025):

Weltweit leben ca. 500 Mio. Menschen vegan, ca. 400 Mio. davon in Asien. In der EU haben Dänemark, Norwegen, Schweden und Irland mit einem Anteil von 4% den höchsten vegan lebenden Bevölkerungsanteil. Deutschland bringt derzeit die meisten veganen Produkte auf den Markt. Das liegt vor allem an den unter 30 Jährigen, die am ehesten vegan leben und an einem hohen Anteil an Flexitarier*innen, die sich zeitweise vegan ernähren. 70% der vegan lebenden Personen sind hierzulande weiblich. In den USA breitet sich die vegane Ernährungsform am stärksten in der Schwarzen Bevölkerung aus.

Eine vegane Lebensweise ist in jedem Fall die tierfreundlichste und unter Berücksichtigung saisonaler, regionaler und unverpackter Bioprodukte eine der klima- und umweltfreundlichsten. Sie gehört im Schnitt zu den Lebensweisen mit geringstem CO2 print und spart große Mengen an Ressourcen. Sozial ist sie, weil sie niemanden zu grausamen Handlungen zwingt und auf Respekt allen fühlenden Wesen gegenüber beruht. 

Entscheide dich dafür aber nur, wenn du es selber willst und nicht, um einer anderen Person zu gefallen. Langfristig vegan zu leben wird nur gelingen, wenn du dich aus freien Stücken dazu entschlossen hast. Aber auch wenn es dir aus irgendeinem Grund nicht gelingt, ist es natürlich von wesentlicher Bedeutung für die Tiere, tierliche Produkte nur äußerst selten zu konsumieren und dann in *wirklich* jeder Situation extrem viel Wert auf absolut größtmögliche Qualfreiheit der Tiere zu legen.

Gesund vegan, also vollwertig pflanzlich zu leben und sich ohne Tierprodukte zu ernähren ist in weiten Teilen der Welt, zumindest in wohlhabenden Industrienationen möglich. 

Überall dort wo Armut und Rechtlosigkeit unter weiten Teilen der Bevölkerung vorherrscht und das Recht des Stärkeren gilt, in Kriegsgebieten und anderen katastrophalen Umständen mit kaum vorhandenem Zugang zu Lebensmitteln und Wasser ist der Mensch vor allem mit dem puren Überleben befasst. In vielen Ländern fehlt zudem die Infrastruktur, um die Bevölkerung vollwertig pflanzlich zu ernähren. So kann vegane Lebensweise in bestimmten Gebieten als ein Privileg weniger Besitzender gelten.

Im Überfluss der westlichen Wohlstandsgesellschaft dagegen entspricht ein veganes Leben verknüpft mit fairen, Verteilungsstrukturen eher linksorientierten politischen Strömungen, denen Gerechtigkeit, Solidarität und Gewaltlosigkeit auch gegenüber Tieren wichtig sind. 
Meiner Erfahrung nach ist es in Deutschland und anderen europäischen Ländern jedenfalls auch mit relativ wenig Geld machbar, sich gesund vegan zu ernähren. 

Kurzgefasst bedeutet veganes Leben, allen fühlenden Wesen gegenüber freundlich zu sein. Es gibt mindestens hierzulande also haufenweise gute Gründe, vegan zu leben.

Wenn du dich dazu entschließt, mache es aber richtig! Hier ein paar Tipps, worauf du dabei unbedingt achten musst:

>> Vegane Ernährung – was ist zu beachten?

Quellen

Statistischer Überblick:
veganivore.de/anzahl-veganer-statistiken-fakten

Auch spannend:
Artikel „Ex.Veggie – Konservative fallen oft zum Fleisch zurück“, Studie

vegan.eu/exvegan-konservativ/ hierzu auch auf vegan.eu viele Infos

Definition der Vegan society gefunden auf wikipedia.