Die
Voraussetzung
für
eine
freundliche
Zukunft
Gäbe es verpflichtende Transparenz in allen tierschutzrelevanten Bereichen, ließen sich extrem brutal arbeitende Zuchtbetriebe und Schlachthäuser doch leicht identifizieren und schließen, jedenfalls sofern der politische Wille dazu vorhanden ist. Da ein Großteil der Bevölkerung an der Verbesserung des Tierwohls interessiert ist, stellt sich also die Frage, warum sie nicht in die Lage versetzt wird, das Tierwohl selbst zu überprüfen. Ein extrem wichtiger Gedanke – auch wenn das bedeutete, Gesetze umschreiben zu müssen.
Wie kann es sein, dass in einem so sensiblen Bereich, in dem es um den Umgang mit empfindungsfähigem Leben geht, so stark verborgen bleiben darf, was doch angeblich „am Tierwohl orientiert“ abläuft. Warum trauen sich Anbieter in diesem Bereich nicht, transparent zu arbeiten?
Der Verdacht liegt nahe, dass dermaßen unhaltbare Zustände existieren, die in der Tat kein Mensch erträgt bzw. akzeptiert, der sie zu Gesicht bekommt. Zustände also, die wegen ihrer besonderen Unerträglichkeit zutiefst verstören und traumatisieren – und so lässt die Intransparenz vermuten – ist das offenbar in allen Betrieben dieser Branche der Fall. Auch wegen unhaltbarer Arbeits- und Lebensbedingungen der im Schlachtbetrieb arbeitenden Menschen ist dieser Wirtschaftszweig oft in Verruf geraten.
Tierschutz-Kontrollen scheinen äußerst selten statt zu finden und selbst bei Verstößen kaum Konsequenzen für die Betriebe zu haben. Durch sie lässt sich die Einhaltung von tierschützenden Mindeststandards ganz offensichtlich keinesfalls überwachen.
In einem Newsletter von Food watch 2025 las ich von einer Tierärzte-Fachtagung, auf der von grauenhaftesten Zuständen bei Tierhaltung und Schlachtung berichtet wurde. Was die Tierärzte auf dem Kongress beschreiben sei keine Ausnahme. Von erschütternden Szenen, in denen Kühen ohne jeden Sinn Schmerzen zugefügt wurden ist u. a. die Rede. Von verhungerten Kühen und Skelettfunden lese ich im Newsletter weiter. Die Tierschutzorganisation Aninova hatte 500 Stunden Vidoematerial an die Behörden geliefert, in denen Hühnern Köpfe abgerissen, Tiere geschlagen und getreten wurden. Ich lese von der Untätigkeit der Politik und von Behörden, die nicht oder viel zu spät eingreifen.
Die Tierärzte, die wissen wovon sie reden, fordern laut Food watch:
– ein Tiergesundheitsmonitoring
– Videoüberwachung in Schlachthöfen und
auffälligen Betrieben
– das Ende der Anbindehaltung
– einen Bußgeldkatalog für gravierende Verstöße
Oft sind leider nachgewiesen tierquälerische Praktiken erlaubt, wie z. B. die CO2 Betäubung von Schweinen, Anbindehaltung, Aufenthalte in Kastenständen …
Sehr wahrscheinlich würde sich vieles schnell ändern, wenn alle Menschen, die es wollen, permanent Einsicht in tierschutzrelevante Bereiche hätten.
Augen öffnen können auch Bildungsinitiativen, wie z. B. der Verein Mensch-Tier-Bildung e. V. , der u. a. Workshops und Projekttage an Schulen, z. B. zu Tieren in der Landwirtschaft anbietet.
Empfehlen möchte ich auch die Arbeit eines sehr engagierten Ethiklehrers, der auf seiner Seite „tierrechtslehrer.org“ und dem youtube-Kanal „veganer_ethiklehrer“ äußerst lehrreich, konfrontativ und anschaulich tierethisch relevante Themen, wie z. B. den Schlachthofprozess thematisiert.
Wer sich entsprechend bildet, hat natürlich auch ohne Livebilder das Wissen über die Geschehnisse in Schlachthäusern. Doch solange Menschen die Möglichkeiten der Verdrängung haben und von geschönten Bildern bestochen werden dürfen, wird sich kaum etwas ändern. Ich nehme zumindest an, dass auch die Abbildungen totkranker Menschen auf Zigarettenschachteln hier und da – wenn auch nur als Teil einer großangelegten Kampagne gegen das Rauchen, die um 2010 überall zu bemerken war – ihren Teil zur allgemeinen Reduzierung des Rauchens mit beigetragen haben.
Wirklichkeitsentsprechende Bilder aus tiernutzenden Betrieben erhalten wir bisher jedenfalls nur durch mutige Menschen, die undercover recherchieren und ihre Aufnahmen veröffentlichen. Dafür zahlen sie oft genug einen sehr hohen Preis, da die Fleischlobby juristisch sehr stark aufgestellt ist und konsequent und machtvoll gegen Menschen vorgeht, die diese Bilder in die Öffentlichkeit bringen.
Heimlich von zwei ARIWA Aktivist*innen in einem Schlachthof gefilmte Aufnahmen, die Schweine bei der CO2-Betäubung in langer Todespanik zeigen, gingen 2025 durch die Presse und verdeutlichten vielen, welche Grausamkeiten in Deutschland legal sind. 80 % der Schweine werden hierzulande durch diese Methode „betäubt“, hieß es auf einer folgenden Tierschutzdemo.
Hinzufügen möchte ich, dass aus einer kleinen Anfrage der Grünen schon vor > 10 Jahren hervorging, dass es auch bei dieser Methode immer wieder zu Fehlbetäubungen kommt. Das Leid der erst in der Brühanlage sterbenden Tiere übersteigt unsere Vorstellungskraft.
Dennoch wird der Handel nicht müde, auf seinen Werbekanälen fröhliche Tiere abzubilden. Dies ist der Bereich, in dem übelste fake news offenbar erlaubt sind. Die Verlogenheit der Nutztierbranche samt lobbyisten-durchdrungener Politik, die diese Rahmenbedingungen setzt und verteidigt, stinkt erbärmlich zum Himmel.
„Ja ja“, sagen viele an diesem Punkt, „viel zu viele Tiere erleiden einen qualvollen Tod und dann wird auch noch ein Großteil des Fleischs weggeschmissen. Sicher gäbe es Alternativen zu diesem Schreckenssystem …, aber Fleischessen ist nun mal normal, natürlich und notwendig.“
Und schwupps sind alle Zweifel am System verschwunden, ist Unerträgliches schnell verdrängt und behält das unfassbare Grauen seine Existenzberechtigung.
Empfehlungen
Und wie könnte es besser sein?
Hier eine Anregung zum Nachdenken: Ich finde, dass das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Cultured Meat die unglaubliche Möglichkeit ist, echten Tierschutz völlig unproblematisch absolut transparent zu praktizieren. Meine Fantasie dazu findest du demnächst hier (Achtung es ist nur Fantasie!):