tierversuchsfreie Testverfahren

Methoden
ohne
Tierversuche
etablieren
-
Tierversuche
abschaffen!

In der Broschüre von Ärzte gegen Tierversuche e. V. „Woran soll man denn sonst testen – moderne Testmethoden ohne Tierversuche“ von 2023, die inhaltlich auch auf der Webseite des Vereins abgebildet ist, s. u., werden zahlreiche tierversuchsfreie innovative Methoden in Forschung und Lehre beschrieben, die nachgewiesenermaßen zuverlässiger humanrelevante Daten liefern als Tierversuche und zudem ethisch vertretbar sind

Hier ist zum Beispiel zu lesen, dass aus Stammzellen des Patienten gezüchtete Organoide, die das Erscheinungsbild und die Funktion eines menschlichen Organs erstaunlich gut widerspiegeln, auf kleinen Multi-Organ-Chips durch Mikrokanäle verbunden werden können. Dies ermöglicht, bspw. Blut- oder Urinkreisläufe zu simulieren und ohne Schmerz daran die Wirkung von Medikamenten, Chemikalien und Giftstoffen zu testen. Zum Testen sei diese Methode ideal geeignet, da sie humanrelevante und personalisierte Ergebnisse liefern könne. Als Krankheitsmodelle seien derartige Modelle vorteilhaft, könnten eingefroren und bei Bedarf wieder weiter gezüchtet werden. Auch seien die  Zellkulturen heute nicht mehr auf das brutal gewonnene fetale Kälberserum (FKS) als Nährlösung angewiesen. Es gäbe bereits eine Vielzahl FKS-freier Nährmedien für Zellkulturen, wie bspw. humanes Blutplättchenlysat – aus abgelaufenen menschlichen Blutspenden gewonnen. 

In der Grundlagenforschung lieferten moderne bildgebende Verfahren, z. B. in der Gehirnforschung Ergebnisse mit viel größerer Aussagekraft als absurde Tierversuche. Hochrelevant seien auch computer-basierte Methoden, die die Wirksamkeit und Giftigkeit von Substanzen nachgewiesenermaßen besser vorhersagen könnten als Tierversuche. Einige dieser Verfahren seien von der ECVAM (European Centre for Validation of Alternativ Methods) und der weltweiten OECD bereits validiert und als Alternative zu Tierversuchen im regulatorischen Bereich akzeptiert.

Leider sei es trotzdem immer noch gesetzlich vorgeschrieben, bevor neue Medikamente an Menschen getestet werden, diese  zuvor an Tieren zu testen. Dabei belegten Zahlreiche Studien, dass bis zu 95% der Medikamente, die in präklinischen Tierversuchen als sicher und wirksam befunden wurden, in den klinischen Studien am Menschen durchfallen.

Bild oben: Skizze eines 4-Organ-Chip (von mir nachempfunden) In den USA wurde sogar ein 10-Organ-Chip entwickelt, heißt es in der Broschüre „Woran soll man denn sonst testen“. 
Auf dieser Seite gebe ich Teile des Inhalts dieser in eigenen Worten und zum Teil zitiert wieder. Weitere Infos in der Quellenangabe/Empfehlungen, s. u.

Die Broschüre berichtet allerdings auch über den komplexen, steinigen und langwierigen Weg der Validierung tierversuchsfreier Methoden bis hin zu regulatorischer Akzeptanz als Alternative zum Tierversuch. Zwar akzeptierten zuständige europäische Behörden diese Tests i. d. R. auch, jedoch gäbe es nicht für all die zahlreichen Testkriterien, die untersucht werden müssen, tierversuchsfreie Verfahren, die anstelle von Tierversuchen akzeptiert werden. 

Es sei also noch weitere Etablierungsarbeit nötig, um die Testung an Tieren komplett zu verbannen. 

Ganz offensichtlich stehen also etliche vorteilhaftere und ethisch vertretbare Testverfahren zur Verfügung, die die medizinische Forschung viel zuverlässiger und effizienter gestalten können. Doch warum werden Tierversuche trotzdem noch durchgeführt? Warum müssen immer noch so viele Tiere in Versuchen unsäglich leiden und sterben?

Ich lese davon, dass die Methode Tierversuch seit mehr als 150 Jahren als Goldstandard gelte, ohne dass sie jemals auf ihre medizinisch-wissenschaftliche Relevanz hin überprüft oder validiert worden sei. 

Dass in die Tierversuchsforschung enorme Summen in Form von Forschungsgeldern, Drittmitteln oder Stipendien flössen, zur wissenschaftlichen Karriereleiter mit Tierversuchen belegte Publikationen in Fachzeitschriften erwartet würden und etwa ein Viertel der Tierversuche für Sicherheitstestungen und Medikamentenentwicklung immer noch gesetzlich vorgeschrieben seien.

Kritik daran würden nicht nur von Tierrechtsorganisationen geübt, sondern auch von zahlreichen renommierten Forschern weltweit, Institutionen der Europäischen Kommission und internaltionalen politischen Instanzen. Es bestehe Handlungsbedarf, um Tierversuche (zumindest regulatorische) durch tierversuchsfreie Methoden abzuschaffen. 

Zum Fokussieren der Abschaffung gehörten zwei Dinge:

– den innovativen tierversuchsfreien Methoden das      wohlverdiente Vertrauen zu schenken und

– die Augen nicht davor zu verschließen, dass Tierversuche aufgrund ihrer mangelnden Aussagekraft nicht das Forschungsmodell der Zukunft sein dürfen.

Trotzdem es sehr zu begrüßen ist, dass die EU nun einen Plan zum Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen vorgelegt hat, werden darin offenbar leider nicht alle Tierversuche berücksichtigt, s. u. Empfehlungen „EU veröffentlicht Fahrplan…“. In einen vollständigen Ausstieg aus dem Tierversuch muss also weiterhin noch viel Kraft gesteckt werden. 

Zu lesen ist in dem Artikel auch, dass sich eine EU Bürgerinitiative ausgezahlt hat. Offenbar wegen zahlreicher Unterschriften war die EU Kommission gezwungen, sich mit einer solchen Ausstiegs Roadmap zu befassen.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche schlägt sich offenbar auch in EU Gremien tapfer. Ich teile die Auffassung, dass Tiere keine Messinstrumente und  Tierversuche unethisch und grausam sind. Sie gehören schnellstens abgeschafft! 

Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben sollten das höchste Gut menschlichen Handelns sein.

 

Und in der Lebensmittelindustrie? Fleisch, Käse, Milch, Fisch & Co. ohne Tierausbeutung herstellen?

>> Alternative Herstellungsmethoden

Quelle und Empfehlungen
„Woran soll man denn sonst testen? Moderne Forschungsmethoden ohne Tierversuche“, 2023
Ärzte gegen Tierversuche e. V., auch auf aerzte-gegen-tierversuche.de, gleichnamiger Artikel
Sehr lesenswert!

Auch Antikörper können inzwischen tierfrei mit der Phage-display Methode oder sogar zellfrei mit Aptameren hergestellt werden.
Nachzulesen auf: aerzte-gegen-tierversuche.de, Artikel Antikörper: die Zukunft ist tierleidfrei

Zum Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen bis 2029 ist auf aerzte-gegen-tierversuche.de nachzulesen:
Artikel: „EU veröffentlicht Fahrplan zum Ausstieg aus Chemikalien-Tierversuchen“

Danke an Ärzte gegen Tierversuche e. V.  für die wichtige und großartige Arbeit!