Ich esse
nur gutes
Bio-Fleisch
Bild oben: Pullover von der Tierrechtsorganisation PETA2
Was bedeutet Bio eigentlich?
Die Bio-Siegel der EU und Deutschlands bedeuten in Bezug auf Tierhaltung in erster Linie, dass auf gentechnisch veränderte Futtermittel und synthetischen Futterzusatz verzichtet werden muss. Zwar sind die Bio-Betriebe auch angehalten, Tiere artgerecht zu halten, ob das aber tierfreundlichere Bedingungen garantiert, darf stark bezweifelt werden. Es gibt zahlreiche Dokus dazu, z. B. den Frontal-Bericht „Die Bio-Eier-Lüge“ vom 23. Juni 2020 oder ARIWA Filme auf youtube, wie z. B. „Leiden im Bioland – die Illusion der heilen Bio-Welt [2019]“
Es gibt etwas strengere Bio-Siegel wie Naturland, Bioland, Demeter. Natürlich ist es besser, wenn es denn Fleisch sein muss, beim Kauf auf Bio-Siegel zu achten, denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier ein paar cm mehr Platz und vielleicht etwas mehr Zeit mit seiner Mutter hatte, ist höher als in der konventionellen Tierhaltung. Doch weder diese Siegel noch die höchste Tierwohleinstufungen können in jedem Fall ein scheußlich grausames Tierleben noch das viel zu frühe, ausnahmslos schreckliche Ende der Tiere gegen ihren Willen verhindern.
Wie groß ist der Biofleisch-Anteil überhaupt?
2016 war in Deutschland das Jahr der bisher höchsten „Fleischerzeugung“ von fast neun Mio Tonnen. Seitdem ist sie insgesamt rückläufig gewesen, wenn auch immer noch auf hohem Niveau. Seit 2024 steigt sie leider wieder.
Nur 3 % Fleisch aus Bio-Haltung?
Das hörte ich im Radio und recherchierte 2021:
Laut BUND gibt es damals immer mehr Höfe, die Biofleisch produzieren, ein großer Umbruch bleibe aber aus. 2020 waren es 17.300 Biohöfe (Steigerung um 41% seit 2010). Der Ökoanteil an der Gesamtzahl der Betriebe mit Tierhaltung wird dabei mit ca. 10% beziffert, allerdings seien diese viel kleiner und hätten geringere Tierbestände als konventionelle Höfe.
Auf quarks.de wird 2020 klargestellt, dass der Biofleischanteil immer noch sehr gering sei. Von 2008 bis 2017 hätte die Bio-Fleischproduktion zwar um 50 % zugenommen, die konventionellen Höfe aber nicht weniger Fleisch produziert. 2017 betrug der Biofleischanteil an der gesamten Fleischproduktion laut quarks.de nur 1,28%.
Auf foodwatch.org ist damals zu lesen, dass der Biofleisch-Anteil 2020 bei Geflügel bei 2,6 % und bei Rotfleisch bei 3,6 % lag. Der BUND berichtet von nur 8 % Rindern und
5 % Hühnern, die nach ökologischen Gesichtspunkten gehalten werden.
Mehr als 99 % der Schweine lebten in Qualzuchten der Massentierhaltung. Daran scheint sich bis heute nichts wesentlich geändert zu haben.
Fazit: Bio-Fleischkauf finanziert minimal bessere Lebensbedingungen einiger sehr weniger Tiere, ist aber alles andere als eine Garantie für ein schönes Tierleben und ebenfalls nicht für einen „schonenden“ Sterbevorgang.
Der als besonders human dargestellte Tod durch Weideschuss kann zahlentechnisch vernachlässigt werden. Kaum ein Tier der Massentierhaltung stirbt auf diese Weise. Die Tiere aus Biobetrieben gehen am Ende aller meistens durch genau die gleichen höllenhaften Abläufe der Massenschlachtbetriebe.
Die furchtbare Lebensrealität der Tiere vor allem in den Massentierhaltungen der konventionellen Betriebe und in Schlachthöfen wird durch den Kauf von Bio-Fleisch weder abgeschafft noch reduziert.
Besser in jedem Fall: kein Fleisch essen.