Karnismus:
Die
Psychologie
des
Fleischessens
Die Harvard-Psychologin und Soziologin Melanie Joy hat das psychologische Denkprinzip unter die Lupe genommen, das uns scheinbar erlaubt, einige Tiere zu umsorgen und andere zu töten. Dazu interviewte sie u. a. Studierende zum Thema Fleischessen und erhielt die immer gleichen Antworten.
Sie prägte den Begriff Karnismus, der für das Glaubenssystem hinter dem Fleischessen steht. Es beruht auf einer Sammlung von Mythen, die das Schlachten und Töten von Tieren legitimieren, u. a. auf den 3 Ns. Diese besagen, dass Fleisch essen normal, natürlich und notwendig sei.
Dabei sei ein Großteil der über 65 Mrd. weltweiten Schlachtungen pro Jahr für weite Teile der Weltbevölkerung gar nicht notwendig, sagt M. Joy.
Auch sei nicht alles was in der Natur vorkomme immer gut und richtig [davon abgesehen – Qualzuchten der Massentierhaltung sind wohl kaum als natürlicher anzusehen als bspw. pflanzliche Fleischalternativen]*. Durch die karnistische Brille würden tierische Persönlichkeiten auf Produktionseinheiten reduziert.
Karnismus ist in Joys Augen ein gewalttätiges repressives Glaubenssystemen. Es baut darauf auf, Gruppen mit geringerer Macht zugunsten von stärkeren Gruppen zu unterdrücken. Das Problem sei dabei aber nicht unser Verhalten, sondern unser Bewusstsein, das dieses Verhalten ermöglicht. Es entspricht, so Melanie Joy, derselben Mentalität, die uns verleitet, Menschen zu bombardieren.
Melanie Joy hatte die Hälfte ihres Lebens Fleisch gegessen. Nach einer Lebensmittelvergiftung entwickelte sie Ekel gegenüber Fleisch und Eiern und stellte ihre Ernährung um. In diesem Zug nahm sie erstmalig schon lange verfügbare Informationen über die Tierlandschaft wahr und entwickelte ein Bewusstsein für diese Thematik.
In obigem Text habe ich den Inhalt des sehr lesenswerten Artikels“Fleisch essen ist … normal, natürlich und notwendig“ zu finden auf lebensart.at in freien Worten kurzgefasst wiedergegeben.
[]*von mir hinzugefügt
Heißt das also, dass wenn wir uns selbst erlauben, über die tatsächlichen Vorgänge in voller Gänze bewusst zu werden, sich etwas verändert?
Ja! Auf die tiefgreifende Bewusstwerdung folgte ein kurzer Moment des Abschieds von alten Gewohnheiten und dann war alles anders. Für mich, für die Tiere und für immer.
Empfehlung
Buch
„Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“, Melanie Joy