Biozyklisch Veganer Anbau

Biozyklisch
-
veganer
Anbau

Anbau ohne Kunstdünger und tierliche Bestandteile

Geht das? Ja, Landwirtschaft ist grundsätzlich nicht auf „Nutztiere“ angewiesen. Beim biozyklisch-veganen Anbau wird gezielt daran gearbeitet, natürliche Bodenfruchtbarkeit aufzubauen und langfristig zu erhalten.

Dies geschieht durch rein pflanzliche organische Düngung, vielfältige Fruchtfolgen und Mischkulturen sowie durch die Bereitstellung von Nützlingshabitaten wie Blühstreifen und Hecken. Diese Strukturen fördern die Artenvielfalt und können zusammen mit mechanischen oder physikalischen Schutzmaßnahmen (z. B. Netzen oder Kulturschutzvliesen) dazu beitragen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Ziel ist es, möglichst viele Prozesse des natürlichen Bodenlebens zu nutzen und Nährstoffkreisläufe zu fördern. Daher spricht man von einem „zyklischen“ Ansatz. Seit 2017 können sich landwirtschaftliche Betriebe weltweit nach den Biozyklisch-Veganen Richtlinien zertifizieren lassen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Anbau stickstoffbindender Pflanzen wie Bohnen, Klee oder Lupinen. Diese Leguminosen gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Die Bakterien können molekularen Stickstoff (N₂) aus der Luft in pflanzenverfügbare Formen umwandeln. Im Gegenzug erhalten sie von der Pflanze energiereiche Kohlenstoffverbindungen, die durch Photosynthese gebildet und über die Wurzeln abgegeben werden. Dadurch kann ein Teil des Stickstoffbedarfs ohne andere Stickstoffdünger gedeckt werden.  

Pflanzen nehmen Nährstoffe überwiegend in gelöster Form über ihre Wurzeln auf. Dieser Prozess ist zwar von physiologischen Mechanismen gesteuert, hängt jedoch stark von der Bodenlösung und den dort verfügbaren Nährstoffen ab. Ein zentraler Ansatz des biozyklisch-veganen Systems besteht darin, Bodenorganismen – insbesondere Bakterien, Pilze und Mykorrhiza – zu fördern. Diese sind entscheidend daran beteiligt, Nährstoffe zu mobilisieren, zu speichern und bedarfsgerecht für Pflanzen verfügbar zu machen.

In der konventionellen Landwirtschaft können intensive Düngung und einseitige Bewirtschaftung das Bodenleben beeinträchtigen, wodurch langfristig Bodenstruktur, Humusgehalt und biologische Aktivität abnehmen können. Gleichzeitig kann es bei unsachgemäßer Anwendung von Düngemitteln zu Nährstoffverlusten, etwa Nitrat im Grundwasser, kommen. Nachhaltige Anbausysteme zielen daher darauf ab, Nährstoffkreisläufe zu verbessern und Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern.

Der biozyklisch-vegane Anbau verfolgt dieses Ziel durch Humusaufbau, Förderung der Biodiversität im Boden sowie durch Maßnahmen zur Kohlenstoffspeicherung im Boden, die auch zum Klimaschutz beitragen können.

Ist das aber nicht weniger ertragreich?
 
Einzelne Praxisberichte und Feldversuche deuten darauf hin, dass vielfältige Mischkulturen, insbesondere auf Biozyklischer Humuserde, eine besonders stabile Art von reifem Kompost, sehr gute Erträge ermöglichen können. Darüberhinaus kann diese Art des Anbaus die Bodenstruktur verbessern, Wasser speichern und die Nährstoffverfügbarkeit erhöhen. 
Allerdings sind viele Zusammenhänge noch nicht umfassend wissenschaftlich untersucht, und die Erträge hängen stark von Standort, Management und Kulturpflanzen ab.
 
Insgesamt möchte der biozyklisch-vegane Ansatz natürliche Prozesse im Boden gezielt fördern und landwirtschaftliche Systeme so gestalten, dass sie langfristig bodenaufbauend, ressourcenschonend, klima- und biodiversitätsfreundlich sowie ökonomisch tragfähig sind.
 

Soviel zu den Fakten. Auf der nächsten Seite findest du, welche Art Tierschutz / -rechte zu denken meinem Film,
siehe  „Tierfreundlichen Szenarien“ zugrunde liegt:

>> Tierschutz der Zukunft

 

Quelle
Interview: „Die Prinzipien des biozyklisch-veganen Anbaus und das Potential von Biozyklischer Humuserde“,
Youtube-Kanal des Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e. V.
Vielen Dank an den Förderkreis, insbesondere an Alina, für den Support beim Verfassen des Textes.